Arnulf von Eyb MdL
Besuchen Sie uns auf http://www.arnulf-von-eyb.de

DRUCK STARTEN


Archiv
18.02.2020, 11:49 Uhr
Nach warmem Winter bleibt die Lage im Wald dramatisch
Vorortbesuch in Schöntal und Dörzbach
Die Waldschäden durch Hitze und Borkenkäfer dominierten im vergangenen Sommer die mediale Berichterstattung. Auch wenn es derzeit in den Medien zu dem Thema still geworden ist, wird es trotz umfassender und schneller Förderung durch das Ministerium für Ländlichen Raum Jahrzehnte dauern, die Folgen der schwerwiegenden Schäden aufzufangen. Der bisher warme Winter kündigt eine weitere Verschärfung der Problematik an.
Bei einer gemeinsamen Besichtigung im Hohenlohekreis informierten sich der Europaabgeordnete Rainer Wieland und der Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb vor Ort über den derzeitigen Sachstand. Den Termin begleiteten mit ihrem Fachwissen Roland Hartz, Forstamtsleiter im Hohenlohekreis, Revierförster Ralph Heinzelmann, Gerhard Kohlmann, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Dörzbach, Forstwirt Johannes Graf von Zeppelin und Werner Leiser, Vorstand der Realwaldgenossenschaft Dörzbach. Am Waldfriedhof Schöntal zeigt Roland Hartz dabei exemplarisch, dass sich neben Borkenkäfern und Buchenprachtkäfern mittlerweile ein weiterer Schädling ankündigt. Bis zu mehreren hundert Eigelege des Schwammspinners zählen Mitarbeiter des Forstamts derzeit in den regionalen Beständen am Stamm eines einzigen Baumes. Bei durchschnittlich mehr als fünf Gelegen rechnen die Experten bereits mit einer existenziellen Gefährdung der Wälder. „Betrachtet man die entstandenen Schäden, kann das letzte Jahr nur als historisch bezeichnet werden. Während wir immer noch mit den Folgen zu kämpfen haben, erwarten wir für das kommende Jahr wieder erheblichen Schädlingsbefall. Der äußerst warme Winter verschärft die Situation zusätzlich.“, erklärt Roland Hartz und verweist auf die Außentemperatur von 17°C. Johannes Graf von Zeppelin ergänzt: „Die Bäume sind erheblich vorgeschädigt. Ein weiteres Schadereignis dieser Dimension wird ein Großteil nicht überstehen. Dies gilt nicht nur für Nadelhölzer, auch gerade unsere Buchen und Eichen sind stark betroffen.“ Während den Borkenkäfern vor der Verarbeitung des Baumes kaum beizukommen ist, ist ein Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln im Falle des Schwammspinners bereits vorher möglich. „Das Monitoring wird Ende Februar abgeschlossen sein. Bis spätestens April muss eine Entscheidung vorliegen, ob wir Insektizide einsetzen können und wollen. Diese Maßnahme mag unpopulär sein, ist aufgrund der Vorschädigung der Bäume aber möglicherweise unabwendbar“, so Forstamtsleiter Hartz. Das für die Anwendung zugelassene Bacillus-thuringensis Präparat ist etwa für Bienen ungefährlich. Mit Bedauern präsentieren Revierförster Heinzelmann, der stellvertretende Bürgermeister Kohlmann und RWG-Vorstand Leiser den Zustand des Gemeindeforsts Höllwedel in Dörzbach. Großflächig mussten hier im vergangenen Jahr vom Borkenkäfer befallene Bäume geschlagen werden. „Jahrzehntelange Arbeit wurde hier in kürzester Zeit zunichte gemacht werden.“, so Gerhard Kohlmann. Werner Leiser ergänzt: „Diese Bäume wurden über Generationen gepflegt. Nun ist die Ernte ohne Wert. Gerade für die Kleinwaldbesitzer ist die Belastung enorm.“ „Auch wenn das Thema medial verschwunden ist, haben wir es in der CDU-Fraktion auf der Tagesordnung behalten“, verspricht Arnulf von Eyb. „Es gilt jetzt Vorsorgemaßnahmen zu treffen, die die vorgeschädigten Bäume so gut wie möglich schützen. Ich werde mich in meinem Arbeitskreis und bei Minister Peter Hauk MdL für eine zügige Lösung einsetzen.“